Loch- und Spaltkorrosion
Diese beiden besonders heimtückischen Korrosionsarten treten meistens nur in räumlich kleinen Bereichen auf. Dort ist die Korrosionsgeschwindigkeit aber sehr groß.

Die Lochkorrosion lässt sich in zwei Phasen unterteilen:
- In der Startphase wird die eigentliche Schutzschicht lokal gestört, zum Beispiel durch Verunreinigungen, Kratzer, Oberflächebeschädigungen, etc.
- Anschließend kann die Korrosion an diesen Stellen verstärkt das Basismaterial angreifen und in das Material eindringen. Diese Korrosionsart bildet sich vornehmlich unter Ablagerungen auf der Oberfläche aus, wo der Selbstheilungseffekt der Schutzschicht bevorzugt gehemmt oder unterbunden wird.

Die Spaltkorrosion ist eine spezielle Form der Lochkorrosion. Sie bildet sich vornehmlich unter einem stagnierenden korrosiven Medium aus, unter dem es zu einer Sauerstoffverarmung kommt. Somit wird die Umgebung lokal immer aggressiver und kann die Schutzschicht sowie das Basismaterial zerstören. Besonders beobachtet man diese Korrosionsart:
- In Chloriden, vor allem unter oxidierenden Bedingungen,
- unter Ablagerungen (z. B. Oberflächenrost) und
- an strukturellen Oberflächenanomalien (Fugen; Gewinden usw.).

Molybdän im Edelstahl kann Loch- und Spaltkorrosion abschwächen oder sogar verhindern.


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